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Internationaler Tag der Pflege

08.05.2018, 0 Kommentare

Am 12. Mai wäre Florence Nightingale 198 Jahre alt geworden. Seit Ende der 1960er Jahre wird an diesem Datum weltweit der «Internationale Tag der Pflege» begangen. Es ist ein Tag, an dem nicht nur der Beruf der professionellen Pflege, sondern insbesondere die Pflegenden selbst im Zentrum stehen.

Von Elke Steudter

Der diesjährige Tag der Pflege steht unter dem Motto «A voice to lead – Health is a Human right». Der vom International Council of Nurses (ICN) gewählte Schwerpunkt nimmt damit das Ansinnen der World Health Organization (WHO) auf, die das Thema bereits am Weltgesundheitstag (siehe Fachportalbeitrag «Gesundheit für alle – jederzeit und überall») aufgegriffen hat: Gesundheit ist ein Menschenrecht – dafür setzt sich Pflege ein.

Abb. 1: Pflegende; Bild Kalaidos Fachhochschule Gesundheit

 

Pflege – Anspruch und Wirklichkeit

Wie jede andere Berufsgruppe muss sich auch Pflege mit ihrem professionellen Anspruch und den realen Bedingungen bzw. den Ressourcen für die Pflege in Praxis, Lehre und Forschung auseinandersetzen. Das was Pflege will und was sie kann muss mit den strukturellen und institutionellen Umständen in Verbindung gebracht werden, damit die professionell Pflegenden handlungsfähig bleiben. Dies zu vereinen zählt zu den grossen Herausforderungen, denen sich professionell Pflegende täglich in allen Settings und jeder Fachrichtung stellen müssen.

Als zentrale Stimme und Weltverband für Pflege setzt sich der International Council of Nursing (ICN) von Beginn für eine gerechte, ausreichende und jedem zugängliche Gesundheitsversorgung ein. Anlässlich des Mottos des Internationalen Tages der Pflege 2018 weist der ICN ganz besonders darauf hin und zeigt gleichzeitig auf, welche Bereiche des Gesundheits- und Pflegewesen ausgebaut und forciert werden müssen, damit sich die Qualität der Pflege weiterhin verbessern kann (Nurses a voice to lead.pdf). Dazu zählen: Leadership, Grade- und Skill-Mix, Ausbildung der professionell Pflegende, Informatik, interprofessionelle Zusammenarbeit, Pflegeforschung, die Organisationskultur und der Personalschlüssel.

Abb. 2: Zentrale Elemente, die die Pflegequalität verbessern (mod. nach ICN, 2018, S. 26)

 

Pflege wirkt

Pflege gestaltet Gesundheit und Wohlbefinden in der Gesellschaft seit jeher mit. Als die grösste Berufsgruppe im Gesundheitswesen prägt sie die Begegnungen und die Situationen mit kranken, pflegebedürftigen oder alten Menschen. Unabhängig davon, ob sie die pflegerische Versorgung zuhause, im Heim oder im Spital sicherstellt.

Verschiedene Untersuchungen der letzten Jahre haben einen Zusammenhang zwischen dem Qualifikationslevel der Pflegenden und dem gesundheitsbezogenen Outcome für die kranken und pflegebedürftigen Menschen gezeigt. Den effektiven Nutzen von Pflege zu messen bzw. konkret abzubilden, gestaltet sich aber schwierig, da es bisher kein einheitliches Instrument dafür gibt. Dies wird in den Arbeiten von Sim (2015) oder Lee et al. (2017) beschrieben.

 

«Nursing now» – die weltweite Kampagne

Ende Februar startete die WHO in Zusammenarbeit mit dem ICN die weltweite Kampagne «Nursing now», an der sich 16 verschiedene Länder rund um den Globus beteiligen, z. B. Schottland, Kanada, Südafrika, Türkei und die Schweiz. Mit verschiedenen Aktivitäten möchte die dreijährige Kampagne den Status und das Ansehen der Pflege verbessern und die Pflegenden befähigen, sich aktiv an den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu beteiligen.

Laut Nigel Crisp, dem stellvertretenden Vorsitzenden der «Nursing Now» Kampagne und Elisabeth Iro, Hauptverantwortliche für Pflegebelange bei der WHO, werden Pflegende aus den folgenden Gründen zukünftig eine noch wichtigere Rolle in der Gesundheitsversorgung innehaben: Zum einen nehmen der Anteil der alten Menschen und der nicht-übertragbaren Krankheiten weltweit zu. Es wird mehr chronisch erkrankte Menschen geben, die Hilfe und Unterstützung, aber auch Schulung und Anleitung in Gesundheitsfragen benötigen. Daneben orientieren sich das Gesundheitswesen und die Gesundheitsdienstleister zunehmend konsequenter an der Patienten- und Patientinnenperspektive, mit den wichtigen Bereichen von Prävention und Gesundheitsförderung. Hier können sich Pflegende mit ihrer Fachexpertise einbringen, um den individuellen Unterstützungsbedarf zu erfassen und wirksame Massnahmen in Zusammenarbeit mit dem interprofessionellen Team zu planen und umzusetzen. Dies gehört zu den primären Aufgaben der professionell Pflegenden. Gleichzeitig steht die Versorgung von kranken, alten und pflegebedürftigen Menschen vor den Herausforderungen innovativer Technologien und der Digitalisierung – Stichwort elektronisches Patienten- und Patientinnendossier. Pflegefachpersonen sind eine wichtige Berufsgruppe in Anwendung und Umsetzung der neuen Entwicklungen.

 

Dr. phil. Elke Steudter | Pflegewissenschaftlerin | Careum Weiterbildung

 

Quellen

ICN (2018). Nurses – a voice to lead: Health is a Human right  (13.4.18)

Lee, S.E., Scott, L.D., Dahinten, S., Vincent, C., Dunn Lopez, K. & Park, C.G. (2017). Safety Culture, Patient Safety, and Quality of Care Outcomes: A Literature Review. Sage Journals,  (13.4.18)

Nigel, C. & Iro, E. (2018). Nursing now campaign: raising the status of nurses  (1.5.18)

Sim, J.L. (2015). Measuring the quality and safety outcomes of nursing practice.  (13.4.18)


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