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Pflegende & Hebammen im Mittelpunkt

18.02.2020     Elke Steudter     535 Views     0 Kommentare

Die WHO erklärt 2020 zum Internationalen Jahr der professionell Pflegenden und der Hebammen. Damit soll die Bedeutung dieser Berufe weltweit hervorgehoben und ihr Beitrag zur Gesundheitsversorgung gewürdigt werden. Dies ist Chance und Verantwortung zugleich.

Abbildung 1: Pflege am Lebensbeginn (Quelle: Visualhunt)

 

Weltweit setzen sich täglich über 20 Millionen Pflegefachpersonen und Hebammen für die Gesundheit und Pflege der Bevölkerung ein. Damit machen sie in vielen Ländern fast die Hälfte aller Gesundheitsberufe aus (WHO, 2020a). Ihre Arbeit erstreckt sich über das gesamte Lebenskontinuum – von der Geburt bis zum Tod begleiten diese Berufsgruppen gesunde, kranke und/oder pflegebedürftige Menschen zuhause, in Gesundheitszentren, in Krankenhäusern oder im Heim. Die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen verändern sich stetig. Bedingt durch die Digitalisierung wird sich dies zumindest in den modernen Dienstleistungs- und Informationsgesellschaften weiter fortsetzen und weitreichende Veränderungen mit sich bringen. Gleichzeitig schätzt man, dass bis zum Jahr 2030 weltweit ca. neun Millionen Pflegefachpersonen und Hebammen fehlen (WHO, 2020b). Ein schon längst nicht mehr nur national begrenztes oder neues Phänomen. Die WHO verfolgt schon seit Jahren eine Strategie, um Pflegefachpersonen und Hebammen zu stärken (WHO, 2016). Und möglicherweise ist die Ehrung der beiden Gesundheitsberufe nicht ganz zufällig gewählt. Jährt sich doch 2020 der Geburtstag der Pflegepionierin Florence Nightingale zum 200. Mal.

Ausstellung auf dem Careum Campus

Die Hauptbibliothek Medizin Careum nimmt das Internationale Jahr der Pflegefachpersonen und Hebammen zum Anlass für eine Ausstellung, die vom 17. Februar bis 28. August im Eingangsbereich der Bibliothek auf dem Careum Campus besucht werden kann. Ergänzend dazu findet am 26. Februar 2020 im Careum Bistro eine Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Iren Bischofberger (Careum Hochschule, Bereich Forschung), Iris Ludwig (selbstständige Pflegedidaktikerin und Beraterin) und Yvonne Ribi (Geschäftsführerin des SBK) statt.

 

Abbildung 3: Careum Campus Zürich (Foto:Thomas Entzeroth)

 

Dekade des gesunden Alterns

Mit Beginn des Jahres 2020 hat auch eine neue Dekade im 21. Jahrhundert begonnen. Die WHO hat sie zur «Decade of healthy ageing» ausgerufen und rückt so das gesunde Altern ins Zentrum. In den nächsten zehn Jahren bietet sich damit für die Zivilgesellschaft, für Regierungen und Parlamente, für Verantwortliche des Gesundheitswesens, für Forschende und wissenschaftlich Tätige sowie für Fachpersonen der Praxis die Möglichkeit, gemeinsam, konzentriert und nachhaltig an Themen des gesunden Alters und Alterns zu arbeiten. Dies mit dem Ziel, das Leben und die Lebensbedingungen von älteren und alten Menschen zu verbessern – unabhängig davon, ob sie zuhause, im Heim, auf dem Land, in der Stadt, in der Familie oder alleine wohnen.

 

Abbildung 2: Leben im Alter (Quelle: Visualhunt)

 

Aktuell schätzt man, dass über eine Milliarde Menschen weltweit über 60 Jahre alt sind, die meisten davon leben in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen (WHO, 2020c). Fortschritte in Prävention und Behandlung sowie die Lebensbedingungen ermöglichen es heute vielen Menschen in Ländern mit hohem Einkommen (z. B. Schweiz, Österreich und Deutschland), ihren 65-jährigen Geburtstag – und darüber hinaus – in gutem bis sehr gutem Allgemeinzustand, in weitgehender Selbstständigkeit und mit wenigen Gesundheitsproblemen zu erleben. Aber nicht nur die Anzahl der älteren Menschen steigt, auch die alten und sehr alten Menschen werden zukünftig eine immer grösser werdende Gruppe darstellen. Ein hohes und sehr hohes Lebensalter wiederum steht in Verbindung mit dem Risiko, gesundheitliche Einschränkungen (z. B. durch eine chronische Krankheit) und soziale Verluste (z. B. Tod der/des Partners/-in) zu erfahren (Höpflinger, 2019).

Aufgabe und Verantwortung der Pflege

Die demografischen Veränderungen sind nur ein Phänomen, auf das das Gesundheitswesen und damit auch die beruflich Pflegenden reagieren müssen. Die wandelnden Altersstrukturen und die damit in Verbindung stehenden gesundheitlichen Veränderungen in der Bevölkerung werden Versorgungsmodelle nötig machen, die die veränderten Lebensbedingungen, die individuell gesundheitsbezogenen Bedürfnisse und die zur Verfügung stehenden Ressourcen (Personal, Finanzierung, Zeit) gleichermassen in den Blick nehmen. Voraussetzung dafür sind unter anderem eigenverantwortlich und reflektiert handelnde Pflegefachpersonen, die über fundiertes und aktuelles Fachwissen in Kombination mit weitreichender klinischer Erfahrung. So können beruflich Pflegende ihre Aufgaben wahrnehmen und einen wertvollen Beitrag für eine gesunde und gepflegte Bevölkerung leisten.

 

Elke Steudter | Pflegewissenschaftlerin | Careum Weiterbildung Aarau

 

Quellen

Höpflinger, F. (2019). Hochaltrigkeit – Zur Lebenssituation der über 80-jährigen Frauen und Männer in der Schweiz.

WHO (2020a). Nursing and midwifery.

WHO (2020b). Density of nursing and midwifery personnel.

WHO (2020c). What is the Decade of Healthy Ageing? 

WHO (2016). Global strategic directions for strengthening nursing and midwifery 2016-2020


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