Careum Fachportal

Gesundheit für alle – jederzeit und überall

10.04.2018, 0 Kommentare

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die übergeordnete Instanz im Gesundheitswesen. Mit verschiedenen internationalen Strategien und Projekten fördert sie die Gesundheit der Menschen weltweit. Auch für die Pflege und die Pflegewissenschaft liefert sie wichtige Impulse. So fügt es sich wunderbar, dass der WHO-Weltgesundheitstag am 7. April fast mit dem Start des neuen Careum Fachportals zusammenfällt.

Von Elke Steudter

In diesem Jahr wird die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 70 Jahre alt. Seit ihrem Bestehen setzt sie sich dafür ein, dass alle Menschen an der Gesundheitsversorgung teilhaben und davon profitieren können. Anlässlich des Weltgesundheitstages, der jährlich am 7. April begangen wird, ruft die WHO erneut dazu auf, dass das Recht auf Gesundheit flächendeckend gewährleistet sein muss.

(Quelle: Photo Visual Hunt)


Weltweit grosse Unterschiede

Mit dem Thema des diesjährigen Weltgesundheitstages «Universal Health Coverage» («Allgemeine Gesundheitsversorgung – jederzeit und überall») hebt die WHO die Bedeutung einer für alle Menschen zugänglichen Gesundheitsversorgung hervor. Angestrebt wird, gesundheitsbezogene Dienstleistungen – unabhängig von Zeit, Ort und finanziellen Mitteln – in guter Qualität anzubieten. Dabei geht es um eine allgemeine, grundlegende Versorgung, die die wichtigsten Bedürfnisse der Menschen in Bezug auf ihre Gesundheit abdeckt.

Die WHO schätzt, dass rund die Hälfte der Weltbevölkerung nicht oder nur unzureichend Zugang zu benötigen Gesundheitsangeboten hat. Dies liegt zum einen daran, dass eine Krankenversicherung nicht für alle Menschen erschwinglich oder in allen Ländern obligatorisch ist. Zum anderen bestehen weltweit erhebliche Unterschiede darin, wie die Gesundheitssysteme finanziert und strukturiert sind. In Ländern mit niedrigem Einkommen reicht beispielsweise das Geld, das Einzelpersonen oder Familien zur Verfügung steht, oft nur für den alltäglichen Unterhalt. Daher kann nur wenig bis kein Geld für Gesundheitsdienstleistungen (Arztbesuche, Medikamente) erübrigt werden. So ist die Botschaft, die hinter dem diesjährigen Weltgesundheitstag steckt, einfach: Den Menschen Zugang zur medizinischen Grundversorgung verschaffen, ohne dass sie dabei in finanzielle Not geraten.


Inspirieren, motivieren, anleiten

Die WHO appelliert mit dem diesjährigen Weltgesundheitstag an die Politiker und Politikerinnen aller Länder, Massnahmen für eine allgemeine Gesundheitsversorgung zu planen und umzusetzen. Die Verantwortlichen sollen inspiriert werden, da die Politik in der Lage ist, die nötigen Veränderungen gesetzlich zu verankern. Gelungene Beispiele aus Ländern, in denen sich die allgemeine Gesundheitsversorgung in den vergangenen Jahren positiv verändert hat, sollen die Verantwortlichen motivieren, sich auf den Weg für eine «Gesundheit für alle» zu machen. Darüber hinaus sollen die Verantwortlichen angeleitet werden, die Veränderungen strukturiert und im dialogischen Austausch herbeizuführen.


Risikogruppen erkennen und unterstützen

Auch wenn die meisten der westeuropäischen Länder ein funktionierendes Gesundheitssystem haben, nicht allen Bevölkerungsgruppen ist es barrierefrei zugänglich. Daher gilt es, frühzeitig zu erkennen, wenn Personen oder Gruppen weniger gut in die allgemeine Gesundheitsversorgung eingebunden sind. Achtsam sollte man bei alten und hochaltrigen Menschen sein, die beispielsweise aufgrund von eingeschränkter Mobilität den Arzt nicht mehr selbstständig und ohne Hilfe von anderen aufsuchen können. Sprachbarrieren erschweren oder verhindern, dass Menschen mit Migrationshintergrund ohne ausreichende Kenntnisse der jeweiligen Landessprache gesundheitsbezogene Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Bei sozial benachteiligten Menschen bestehen verschiedene Barrieren, die ihnen einen einfachen und schnellen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen verwehren. Dies zeigt eine vom Bundesamt für Gesundheit in Auftrag gegebene Studie.
Zugangsprobleme zur Gesundheitsversorgung? Eine explorative Studie auf Grund von Expertengesprächen (pdf)


Europäische Gesundheitsstrategie 2020

Im Herbst 2012 haben sich die 53 Länder der europäischen Region darauf verständigt, dass der Gesundheitsbereich gerechter und besser geführt werden soll. Mit der Strategie «Gesundheit 2020» wurde die Grundlage dazu geschaffen und das gesundheitspolitische Europäische Rahmenkonzept für die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden entwickelt.
Gesundheit 2020 Rahmenkonzept und Strategie der Europäischen Region für das 21. Jahrhundert (pdf)

Die Gesundheit der Bevölkerung schafft die Basis für die wirtschaftliche und soziale Stabilität eines Landes oder einer Region. Daher ist es sinnvoll und wichtig, die Gesundheit aller Menschen in allen Lebensphasen zu schützen und zu verbessern. Damit dies gelingen kann, sollte die Gesundheit der Bevölkerung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein, in der auch die Pflege und die Pflegewissenschaft ihren wichtigen Beitrag leisten.


Dr. phil. Elke Steudter | Pflegewissenschaftlerin | Careum Weiterbildung

 

Quellen

Sottas, B., Brügger, S. & Jaquier, A. (o.J.). Zugangsprobleme zur Gesundheitsversorgung? Eine explorative Studie auf Grund von Expertengesprächen. (22.3.2018)

WHO (2018). Campaign essentials for World Health Day 2018. (22.3.2018)

WHO (2013). Gesundheit 2020. Rahmenkonzept und Strategie der Europäischen Region für das 21. Jahrhundert. (22.3.2018)

 


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