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Eidgenössische Berufsprüfung – eine lohnende Investition für die Zukunft

10.07.2019, 0 Kommentare

Neue Bildungsabschlüsse eröffnen Pflegenden neue Aufgabenprofile und Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Lesen Sie hier über die Erfahrungen einer Fachfrau für Langzeitpflege und -betreuung mit eidgenössischer Berufsprüfung.

Von Marion Siegenthaler

(Quelle: Photo Visualhunt)

 

Im Mai 2017 konnten die ersten 207 Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit die «Eidgenössische Berufsprüfung Langzeitpflege und -betreuung» ablegen. Mit der erfolgreich abgeschlossenen Berufsprüfung erwarben sie einen Fachausweis der sie berechtigt, den neuen eidgenössischen Titel «Fachperson Langzeitpflege und -betreuung» zu führen. Dieser Abschluss ist auf Tertiärstufe B angesiedelt.

 

Mit gezielter Vorbereitung erfolgreich sein

Careum Weiterbildung bietet einen Lehrgang «Langzeitpflege und -betreuung – Vorbereitungskurs eidg. Berufsprüfung» mit fünf Modulen in einer Kooperation mit dem Bildungszentrum Gesundheit Basel-Stadt und dem Bildungszentrum für Gesundheit und Soziales, Kanton Thurgau an. Das heisst, der Lehrgang kann sowohl in Aarau, Basel-Stadt (Münchenstein) oder Weinfelden absolviert werden.

Die insgesamt fünf Module werden aktuell bei EP-Santé neu akkreditiert.

Mit dem Vorbereitungskurs auf die eidg. Berufsprüfung vertiefen die Teilnehmenden ihr Wissen und Können in der Pflege und Betreuung von Menschen in geriatrischen, gerontopsychiatrischen und palliativen Situationen. Gleichzeitig setzen sich die Teilnehmenden mit ihrer Berufsrolle und Arbeitsorganisation auseinander. Dabei entwickeln sie ein klares Rollenverständnis für ihren Aufgaben- und Verantwortungsbereich in der Langzeitpflege. Der Pflegeprozess – mit all seinen Elementen – wird ebenfalls im Lehrgang behandelt. In allen Modulen werden die Inhalte der eidg. Berufsprüfung Fachfrau/Fachmann Langzeitpflege und -betreuung regelmässig aufgenommen und im Unterricht bearbeitet.


Kompetenzerweiterung durch Berufsprüfung

Der Fachausweis baut auf den Kompetenzen der beruflichen Grundbildung von Fachangestellten Gesundheit oder Betreuung auf. Nach dem Besuch des Vorbereitungslehrgangs bzw. nach der eidg. Berufsprüfung verfügen die Fachpersonen Langzeitpflege und -betreuung über erweiterte Kompetenzen in der geriatrischen, gerontopsychiatrischen und palliativen Pflege und Betreuung. Fachpersonen Langzeitpflege und -betreuung können bei der Erarbeitung, Dokumentation, Evaluation und Verbesserung der Pflege- und Betreuungsplanung und Umsetzung kompetent und gezielt mitwirken.

 

Careum Weiterbildung hatte die Gelegenheit, eine Absolventin des Vorbereitungslehrgangs nach erfolgreich abgelegter Berufsprüfung zum Gespräch zu treffen und sich mit ihr über ihre Erfahrungen auszutauschen.


Marion Siegenthaler (Careum Weiterbildung): Frau Roshardt, Sie haben die fünf Module des Vorbereitungslehrgang Fachfrau/Fachmann Langzeitpflege und -betreuung 2015 bei Careum Weiterbildung am Standort Weinfelden absolviert. Was hat Sie motiviert, diese Weiterbildung zu besuchen?

Svenja Roshardt: Da ich meine Arbeit in der Langzeitpflege sehr liebe und ich auch meine Arbeitsstelle nicht in die Akutpflege wechseln wollte/will, habe ich mich für den Vorbereitungslehrgang zur Fachfrau Langzeitpflege und -betreuung entschieden. Meine Motivation war – und ist es immer noch – für betagte Menschen die bestmögliche Pflege und Betreuung zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, wollte ich mein eigenes Wissen und meine Kompetenzen erweitern und festigen. Für die Langzeitpflege hat daher die eidg. Berufsprüfung sehr gut gepasst.

Marion Siegenthaler: Was hat Sie motiviert, diese Weiterbildung bei Careum Weiterbildung zu besuchen?

Svenja Roshardt: Schon mehrmals habe ich vor meinem Entscheid, die Weiterbildung zu besuchen, den Namen Careum gehört. Als ich mich genauer über den Vorbereitungslehrgang informiert habe und diese von Careum in Weinfelden angeboten wurde, war für mich klar, dies dort zu besuchen. Ausschlaggebend für mich war daher der Standort. Da ich während des Lehrgangs 90 % arbeitete und auch Freitage für die Module investierte war es wichtig, nicht lange reisen zu müssen. Da Careum den Lehrgang in Weinfelden anbot habe ich mich dafür entschieden.

Marion Siegenthaler: Sie haben die vier Prüfungsteile im Prüfungsjahr 2016/2017 absolviert. Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit und welchen Herausforderungen sahen sie sich gegenüber?

Svenja Roshardt: Es begleiten mich viele positive Erinnerungen. Im Vorbereitungslehrgang habe ich Menschen aus den unterschiedlichsten Betrieben und verschiedenen Positionen kennengelernt. Es war sehr interessant, mich mit ihnen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen. Mit meiner Abschlussarbeit, die über den Alltag einer Bewohnerin handelte, habe ich positive Erfahrungen gemacht, auch im Umgang mit Angehörigen. Meine Wohngruppenleitung hat mich in allem sehr unterstützt und mein Wissen gefestigt. Als es dann auf die Berufsprüfung zuging, ist alles gut verlaufen. Die Organisation an den Prüfungstagen in den verschiedenen Standorten war gut. Leider musste ich nach der Prüfung mehrere Monate auf den Bescheid warten. Dies war eine grosse Herausforderung, denn ich wollte das Ergebnis wissen.

Marion Siegenthaler: Was hat sich nach der Weiterbildung in Ihrem beruflichen Alltag, in Bezug auf die neuen Kompetenzen, verändert?

Svenja Roshardt: Mein Arbeitsalltag hat sich sehr verändert. Aufgrund der neu erworbenen Kompetenzen, und auch um mein Wissen einzusetzen, habe ich mich für einen Wechsel der Arbeitsstelle entschieden. Dies war eine gute Entscheidung, denn im neuen Betrieb kann ich die neuen Kompetenzen umsetzen. Da ich zusätzlich noch Berufsbildnerin bin, hat mich auch dort die Weiterbildung einen Schritt nach vorne gebracht, zum Beispiel in der Kommunikation und in der Vorbildfunktion. Ich habe bereits als Fachfrau Gesundheit die Tagesverantwortung ausgeführt. Nun bin ich mir in diesen Tätigkeiten noch sicherer als vorher und kann auch das Team kompetent durch den Tag führen. Im Alltag trage ich nun viel mehr von der Wohngruppenleitung übertragene Verantwortung, was sehr schön ist.

Marion Siegenthaler: Eine ausgelernte FaGe mit vier Jahren Berufserfahrung kommt auf Sie zu und fragt Sie ob Sie die Weiterbildung bzw. den Abschluss mit eidgenössischer Berufsprüfung empfehlen. Was sagen Sie ihr?

Svenja Roshardt: Zuerst würde ich fragen, ob es ihr Ziel ist in der Langzeitpflege zu bleiben. Wenn ja, würde ich ihr mein Wissen und meine Erlebnisse im Zusammenhang mit der eidg. Berufsprüfung mitteilen und auch welchen Vorteil es hat, dies zu machen. Heute ist es oft so, dass Fachmänner/-frauen Gesundheit mehr Arbeit erledigen als es in ihren Kompetenzen liegt. Daher bringt die Berufsprüfung jeden weiter. Bereits während des Vorbereitungslehrgangs habe ich Arbeitskollegen motiviert, die nun auch die Berufsprüfung absolviert haben.

Ich bin sehr stolz, dass ich nun den Titel Fachfrau Langzeitpflege und -betreuung tragen darf und kann allen, die in der Langzeitpflege ihr Wissen erweitern und festigen wollen, die eidg. Berufsprüfung sehr empfehlen.

Marion Siegenthaler: Frau Roshardt, vielen Dank für das anregende Gespräch.

 

Quellen

Curaviva (2015). Positionierung Fachfrau / Fachmann Langzeitpflege und -betreuung FA

EPSanté (2019). BP Fachmann/-frau Langzeitpflege und -betreuung

 

Marion Siegenthaler | Lehrperson und Modulverantwortliche Careum Weiterbildung | Pflegeexpertin HöFa II


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